33. Haspa Marathon Hamburg 2018 am 29.04.2018

Bericht vom 30.04.2018 (Wolfgang Friedrichs)

Quelle: www.abendblatt.de

Grandiose Stimmung in Hamburg - 10.010 von 14.000 Läufern schafften das Ziel.
"Wir essen pünktlich, mit dir oder ohne dich." - so stand es auf einem Schild!


700.000 Hamburger feierten ein fröhliches Fest!

Am Ottenser Marktplatz beginnen die Balkonpartys. Die Zuschauer grölen und klatschen. Sie haben gedeckte Tische in ihre Vorgärten und auf die Gehwege gestellt oder große Decken auf Verkehrsinseln ausgebreitet. Sie winken aus Fenstern, und am Altonaer Rathaus intoniert der Spielmannszug Komet Blankenese "Downtown."
Sie feuern jeden Einzelnen mit seinem Namen an. "Lauf, Antje, gleich hast du es geschafft." Ein etwas voreiliger Zuruf bei Kilometer fünf. Fünf Kilometer weiter an der Hafenstraße ist das Feld schon auseinandergezogen. Drei Musiker in Fischerhemden singen "Tutti frutti" vor den bunten Häusern. Eine junge Läuferin bleibt stehen und tanzt ein bisschen Rock n Roll, bevor sie Richtung Landungsbrücken weitertrabt.
Durch den Wallringtunnel geht es erst zur Binnen- und dann zur Außenalster. Bei Kilometer 21 an der Sierichstraße wird es wieder lauter. Rund 70 Freiwillige reichen Bananenstücke und Wasserbecher. "Döner und Bier gibts an der nächsten Ecke", ruft jemand den Sportlern zu.

Die Dudelsackbläser heizen den Läufern kurz vor der Reeperbahn mit ihren schrillen Tönen mächtig ein. Angefeuert von zahlreichen Landsleuten, die Fähnchen schwingend am Rande stehen. Und das bunte Völkchen bestaunen, das hier auf dem Kiez noch eng beisammen ist. Sie haben sich als Wasserträger und als Schornsteinfeger, als Prinzessin und als Super Mario, als Engel mit Flügeln und als König mit Krone verkleidet. Und sie lassen sich antreiben von den Beats, die aus großen Lautsprechern am Streckenrand dröhnen.

Am Eppendorfer Baum ist wie jedes Jahr die beste Marathon-Stimmung. Hier stehen sie in drei Reihen. Vereinzelte La-Ola-Wellen. Aktuelle Hits aus riesigen Boxen.
Heiße Samba-Rhythmen auf großen Trommeln. Und Läufer, die eben noch getaumelt sind, trotten jetzt in anständigem Tempo dem Ziel entgegen. "Ihr schafft das", kriegen sie von draußen zu hören. "Einfach immer weiterlaufen." Genau 10.010 Läufer schaffen es am Ende wirklich. Die Schnellsten sind schon seit Stunden im Ziel, als sich auch die junge Mutter in kurzen Hosen an der Außenalster noch einmal ordentlich ins Zeug legt. Nur noch drei Kilometer. Das wird sie packen. Schließlich hatte ein Mann am Klosterstern ein Plakat hochgehalten: "Wir essen pünktlich, mit dir oder ohne dich."

Die Hälfte ist geschafft. Und die Plakate am Streckenrand werden fantasievoller. "Wenn du lachst, tut es weniger weh", können die Marathonis da lesen. Oder auch: "Wo Schmerz ist, ist noch Leben." Manche wenden sich direkt an die Läuferin: "Antje, wenn du nicht mehr laufen kannst, renne." Netter Vorschlag. Längst wechseln viele, die es vielleicht zu schnell angegangen sind, vom langsamen Trab in den bedächtigen Gang. 18 Grad zeigt das Thermometer inzwischen, so warm war es zuletzt beim Marathon 2011 in Hamburg. "Aber umdrehen wär jetzt auch blöd", steht auf einem Pappschild.  Am Südring beim Stadtpark hat es eine junge Läuferin erwischt. Sie liegt völlig regungslos auf dem Grünstreifen, zwei Männer vom Malteser Hilfsdienst kümmern sich um sie. Bei Kilometer 35 auf der Alsterkrugchaussee stehen fünf Liegen, alle sind belegt. Hier können sich müde Marathonis von vier Händen gleichzeitig Waden und Oberschenkel durchkneten lassen. Um so vielleicht krampffrei die letzten sieben Kilometer zu schaffen.

Alle NTVér erreichten erfolgreich das Ziel!

Halbmarathon
Harald Blum            M50, Platz 168, 2:13:59

Marathon
Dieter Okken           M40, Platz 465, 3:49:32
Sebastian Räth        M45, Platz 1063, 4:38:55
Antje Räth              W40, Platz 323, 4:56:14
Wolfgang Friedrichs M50, Platz 1134, 4:58:44

www.haspa-marathon-hamburg.de

Bilder zum Bericht:


...und geschafft!  


erschöpfte Sieger  


...der Einlauf!  


...die Strecke  


die unendliche Weite